
Reittherapie nutzt die einzigartige Beziehung zwischen Mensch und Pferd, um körperliche, geistige und seelische Entwicklung zu fördern. Bei Hestura arbeiten wir seit über 20 Jahren mit speziell ausgebildeten Therapiepferden — für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit neurodivergenten, körperlichen oder psychischen Herausforderungen.
Das Pferd überträgt beim Schritt über 100 dreidimensionale Schwingungsimpulse pro Minute auf den Reiter. Diese Bewegung ähnelt dem menschlichen Gang und aktiviert Muskelgruppen, Gleichgewichtssinn und Nervensystem auf eine Weise, die kein anderes Therapiemittel leisten kann.
Doch Reittherapie wirkt weit über den Körper hinaus. Das Pferd reagiert unmittelbar und ehrlich auf jede Handlung, jede Stimmung, jede Bewegung. Es bewertet nicht, es hat keine Erwartungen — und genau das macht es zum idealen Therapiepartner für Menschen, die im Alltag an Grenzen stoßen.
Die rhythmische Bewegung des Pferdes trainiert Gleichgewicht, Koordination und Muskeltonus. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität bietet der Pferderücken eine einzigartige Bewegungserfahrung. Unser elektrischer Deckenlifter ermöglicht auch Patienten mit hohem Unterstützungsbedarf den sicheren Zugang zum Pferd.
Das Pferd führen, die Richtung bestimmen, auf Signale reagieren — all das trainiert Konzentration, Handlungsplanung und Gedächtnis. Neurodivergente Menschen erleben auf dem Pferd oft einen Zustand natürlicher Fokussierung, der im Alltag schwer zu erreichen ist.
Die bedingungslose Akzeptanz des Pferdes stärkt das Selbstvertrauen. Kinder, die sich als „anders“ erleben, erfahren am Pferd: Ich kann etwas. Erwachsene, die nach Burnout oder psychischen Belastungen den Kontakt zu sich selbst verloren haben, finden über das Tier einen Weg zurück.
In der Therapie lernen Menschen, Beziehung aufzunehmen, Grenzen zu spüren und Vertrauen aufzubauen — zunächst mit dem Pferd, dann zunehmend auch mit den Menschen um sie herum.
Reittherapie ist für Menschen jeden Alters geeignet. Wir arbeiten mit einem breiten Spektrum an Herausforderungen — hier finden Sie die häufigsten Bereiche:
Menschen im Autismus-Spektrum finden im Pferd einen Beziehungspartner, der keine komplizierten sozialen Regeln einfordert. Die klare, nonverbale Kommunikation mit dem Tier öffnet Türen, die im menschlichen Kontakt oft verschlossen bleiben. Viele unserer Patienten zeigen nach wenigen Stunden erstmals Blickkontakt, beginnen zu kommunizieren oder lassen körperliche Nähe zu.
Julia kam mit acht Jahren zu uns — ohne Sprache, ohne Blickkontakt, in ihrer eigenen Welt. In der dritten Stunde auf dem Pferd drehte sie sich um und sah ihre Therapeutin an. Zum ersten Mal bewusst. Heute, drei Jahre später, reitet Julia selbstständig im Schritt, lächelt, wenn sie das Pferd sieht, und hat begonnen, einzelne Worte zu sprechen.
Das Pferd fordert Aufmerksamkeit — auf eine Weise, die nicht als Zwang empfunden wird. Menschen mit ADHS erleben auf dem Pferderücken eine natürliche Fokussierung: Der Rhythmus beruhigt, die Verantwortung für das Tier motiviert, und die sofortige Rückmeldung des Pferdes macht Konzentration spürbar.
Für Menschen mit Down-Syndrom verbindet Reittherapie körperliches Training mit emotionaler Förderung. Die Bewegung auf dem Pferd stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und fördert die Sprachentwicklung. Gleichzeitig erleben die Teilnehmenden Freude, Stolz und Selbstwirksamkeit.
Auch für Menschen mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen ist Reittherapie möglich — und oft besonders wirkungsvoll. Mit unserem elektrischen Deckenlifter können wir auch Rollstuhlfahrer und Patienten mit starken Bewegungseinschränkungen sicher und würdevoll auf das Pferd setzen.
Ein Deckenlifter ist in der Reittherapie selten. Er ermöglicht es Menschen, die sonst keinen Zugang zum Pferd hätten, die heilsame Bewegung und Nähe des Tieres zu erleben. Für manche Familien ist Hestura deshalb die einzige Option in der Region.
Depressionen, Angststörungen, Burnout, psychische Belastungen — Erwachsene, die damit zu uns kommen, finden im Pferd einen Partner, der keine Worte braucht. Die Tiere spüren Anspannung und Unsicherheit und reagieren darauf mit Rücksicht und Geduld. In der Therapie lernen Patienten, wieder Vertrauen zu fassen, sich selbst zu spüren und Kraft zu schöpfen.
Thomas kam nach einem Burnout zu Hestura. In den ersten Wochen stand er nur neben dem Pferd, die Hand auf dem Hals. Heute führt Thomas sein Therapiepferd selbstständig über den Platz. „Das Pferd hat mir beigebracht, dass ich nicht immer alles kontrollieren muss", sagt er.
Sie oder Ihr Kind kommen am Stall an und begrüßen das Therapiepferd. Oft gehört dazu das Putzen und Streicheln — ein wichtiges Ritual, das Verbindung schafft.
Die Therapeutin führt das Pferd, während auf dem Pferderücken verschiedene Übungen stattfinden — angepasst an Fähigkeiten und Ziele.
Verabschiedung vom Pferd, oft mit Füttern, und kurze Reflexion. Eltern oder Angehörige erhalten regelmäßig Rückmeldung.
Finden Sie es heraus — in einer kostenlosen Schnupperstunde. Ob für Ihr Kind oder für Sie selbst: Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und beobachten gemeinsam, wie die Begegnung mit unseren Pferden wirkt.